Etappe 5: Von Rødvig nach Copenhagen

Noch einmal kräftig schwitzen, und jetzt liegt die letzte Etappe hinter uns!

Bei traumhaftem Wetter haben wir heute zunächst die Halbinsel Stevns von Rødvig aus den Norden gequert. Unser Frühstück (Schokobrötchen (Tebolle) und Zimtschnecke (Kanelsnegl)) mussten wir uns zunächst über 9 km hinweg erarbeiten, da wir erst in Store Heddinge beim Bäcker einkehrten.

Auf der Suche nach einem Bäcker, damit wir frühstücken können in Store Heddinge.

Gestärkt (oder überzuckert) machten wir uns dann auf den Weg zurück zum Meer, wo Ainhoa extra Umwege einbaute, um die Pferde besser beobachten zu können. (Jaja, natürlich ging die Route genau um die Pferdekoppel herum 🤫😉).

Schön in Richtung Meer.
Achtung Wildkatze!
Keine Autos, sodass wir schön schnell fahren können (diesmal müssen wir auch nicht mit soviel Wind kämpfen)

Endlich am Meer angekommen, entdeckten wir schon wieder einen VW Bully – war er uns etwa aus Fehmarn gefolgt? Die Aussicht war definitiv spektakulär, und am Horizont auf der anderen Seite der Bucht konnte man unser Ziel Kopenhagen schon erahnen.

Am Wasser angekommen.

Vorbei an luxuriösen Villen mit atemberaubenden Seegrundstücken (wir waren neidisch) führte uns der Weg genau an der Küste entlang nach Køge.

Links nur große Villen, die wir uns NIE leisten könnten.

In Køge mussten wir wieder einen Pit-Stop zum Reifen aufpumpen einlegen, und gönnten uns nach 36 km dann einen wohlverdienten Brunch (oder Mittag? Zweites Frühstück? Naja, wer Sport macht, muss auch viel essen).

Merle ganz brav mit einem Käse-Omlett.
Ainhoa hat lokale Frikadellen probiert (waren ganz lecker, aber viel zu viel)

Hinter Køge hatten wir uns eigentlich darauf gefreut, weiterhin direkt am Wasser entlang zu fahren, wurden dann aber mit zahlreichen Ortschaften und amerikanisch anmutenden Industriegebieten überrascht. Nur ab und an konnte man einen Blick auf die Ostsee erhaschen, die allerdings azurblau im Sonnenlicht funkelte. Wir durften auch etwas dänisch lernen: „Badebro“ beschreibt eine Badestelle mit Steg, der direkt ins Wasser hereinragt.

Schöne getrennte Fahrradwege. Wir müssen uns keine Sorgen vor schnellen Autos machen.

Nach etwa 55 km wurde die Ostsee dann zu verlockend: Wir trugen unsere Fahrräder über einen Dünenweg bis an den Strand und kühlten uns endlich im Wasser ab!

Nur um kurz darauf festzustellen, dass das Wasser leider mit extrem vielen Quallen besiedelt war… Glücklicherweise hatten sie keine Tentakel, sodass ungewollte Begegnungen zwar unangenehm, aber nicht schmerzhaft waren.

Während wir uns dann noch ein wenig in die Sonne legten, kamen immer mehr dänische Jugendliche an den Strand, um ihre Kräfte beim Fußballspielen oder Wasser-Wrestling zu messen.

Kleine Düne zum Strand (hier mussten wir auch unser Fahrräder rüber tragen)
Was ein Ausblick! Da kann man ja nicht widerstehen und muss einfach reinspringen!!
Schnell umziehen, Bikini an und ab ins Wasser!

Irgendwann wurde die Angst vor Sonnenbrand größer als die Trägheit, liegen zu bleiben, sodass wir unsere kleine Siesta beendeten und die letzten Kilometer nach Kopenhagen antraten.

Wir entschieden uns, weiter in die Innenstadt reinzufahren, als vorher geplant – wir wollten unbedingt ein Ortsschild finden! Die Fahrradwege blieben weiterhin grandios, aber es füllte sich immer mehr mit Menschen (und vor allem Radfahrern und roten Ampeln), was uns nach unseren vier ländlichen Etappen etwas auf die Nerven ging. Das Ortsschild konnten wir auch nicht finden – am Ortseingang von Kopenhagen stand nur ein unscheinbares Schild, dass die vorherige Höchstgeschwindigkeit aufhob und darauf hinwies, man betrete nun eine Ortschaft. So viel Bescheidenheit hätten die Kopenhagener nun wirklich nicht haben müssen!

Es geht weiter nach Copenhagen.
In Copenhagen angekommen!!
Schöne große Fahrradwege (aber halt auch viele Menschen,die sie nutzen)

Je weiter wir dann nach Norden fuhren, desto trubeliger wurde es. Wir streiften die Stadt in den westlichen Bezirken, erst durch das etwas beschaulichere Frederiksberg, und dann durch Nørrebro. Unsere eigentlich bisher sehr entspannte Tour wurde nun zu einem Hindernisparcours vorbei an Autos, Fußgängerinnen, langsamen und schnellen Radfahrerinnen, Lastenrädern, Mofas, und allem, was man sich sonst noch so vorstellen konnte. Wir verloren fast die Nerven, als wir mehrere dunkelgelbe Ampeln überquerten – zwar konnten wir durch diese Manöver unsere Verfolger auf zwei Rädern abhängen, liefen aber Gefahr, von der nächsten Horde Radfahrer überrollt zu werden.

Etwa nach einer Stunde und 12 km lichtete sich der Verkehr ein wenig, als wir in den Vorort Gentofte kamen, wo Merle wohnt. Die ruhigen Straßen und das viele Grün waren geradezu erfrischend nach der Kurbelei durch Kopenhagen. Endlich angekommen blieben noch ein paar lästige Dinge (Waschen, einkaufen, auspacken) zu tun, der Abend hielt aber noch eine Überraschung für uns bereit: wir bekamen spontan ein kostenloses Abendessen, da bei einer Konferenz im anliegenden Haus viel übrig geblieben war. So konnten wir den Tag entspannt ausklingen lassen.

Endlich angekommen!!
Die Freude ist groß!!
Eine große Portion Essen! Und umsonst schmeckt es schonmal doppelt so gut
Übersicht über die heutige Tour.

Wir blicken nun zurück auf fünf Tage Action: 377 km und 810 Höhenmeter mit dem Rad (und zusätzlich noch zu Fuß, mit dem Auto, der deutschen Bahn, und der Fähre) bei einer durchschnittlichen Geschwindigkeit von 22 km/h in 17 h und 10 min von Horst in Holstein bis nach Kopenhagen! Wir sind stolz auf unsere Leistung, und freuen uns, morgen ein wenig Sightseeing zu machen, bevor Ainhoa dann am Donnerstag mit dem Zug zurückfährt.

Fazit des heutigen Tages: wir sind gute Bade-Bros 😶‍🌫️

Und damit sagen wir Thüss!

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